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Lehrgang Betriebswirtschaft Rechnungslegung Steuerrecht, Recht

Lehrgang Finanzstrafrecht

Aktuelle Veranstaltung | 422058 | merken 26.01.2021 - 16.04.2021 | Wien | 86 UE | Referenten: Brandl, Rainer; Ehrke-Rabel, Tina; Felice, Mario; Hübner, Klaus; Judmaier, Stefanie; Kert, Robert; Lehner, Wilfried; Leitner, Roman; Schmieder, Mario; Schmoller, Kurt; Schrottmeyer, Norbert; Trubrig, Eva; Winkler, Heidemarie
Verfügbarkeit
Viele freie Plätze Viele freie Plätze
Preis (inkl. USt) € 3.900,00

Beschreibung


Die Berührungspunkte mit dem Finanzstrafrecht nehmen zu: Die Intensivierung der Betrugsbekämpfung, die internationale Zusammenarbeit der Finanzbehörden und die Stärkung der Strafverfolgungsbehörden führen zu steigenden Risiken für Mandanten und deren Berater.

Eine hoch qualifizierte Wahrnehmung derart komplexer Aufgabenstellungen kann regelmäßig nur durch ein hoch qualifiziertes ExpertInnen-Team gelingen.

Der Lehrgang führt praxisbezogen anhand von Fallbeispielen in alle wesentlichen Gesichtspunkte des Finanzstrafrechts ein und ermöglicht umfassendes Risikobewusstsein, Grundlagen der Präventionsberatung und die Grundlagen professioneller Strafverteidigung.

Es ist ein Gebot der Stunde diesen Lehrgang interdisziplinär für Wirtschaftstreuhänder und Rechtsanwälte anzubieten. Die Zusammenarbeit und der daraus resultierende Erfahrungsaustausch zwischen Wirtschaftstreuhändern und Rechtsanwälten haben sich im Rahmen dieses Lehrgangs bestens bewährt und sind geeignet, disziplinübergreifendes Teamwork zu fördern.

Hinweis:

Diese Veranstaltung wurde evaluiert und wird in einem neuen kompakten Format angeboten.
Der 8,5-tägige Lehrgang besteht aus 3 Modulen (64 Std./85 UE) und wird von der KSW für die Fortbildungsverpflichtung anerkannt. 

Ausbildungsziel

  • Vermittlung von Grundlagen des Strafrechts anhand typischer Praxisfälle
  • Aneignung von qualifiziertem Risikobewusstsein und Spezial- und Zusatzkompetenzen in finanzstrafrechtlichen Angelegenheiten
  • Zurverfügungstellung der Vortragsunterlagen samt Fallteil mit Lösungen pro Vortrag für die TeilnehmerInnen im Vorhinein
  • Spitzenvortragende aus den Bereichen Universität, Finanzverwaltung, Rechtsanwälte und Wirtschaftstreuhänder
  • Jedes Modul garantiert praxisgerechtes Training anhand von Praxisbeispielen und gewährleistet damit die Anwendung und unentbehrliche Routine des strafrechtlichen Fallprüfungsschemas. Ein Fallkatalog von über 100 Beispielen wird von den Vortragenden referiert und als Rahmen für die Klausur aufgearbeitet.
  • Bewältigbare Klausur durch vernünftige Eingrenzung des Stoffumfangs auf Lösung praxisbezogener Fallbeispiele
  • Gezielte Prüfungsvorbereitung unter Bezugnahme auf erforderliche Arbeitstechniken
  • Außenauftritt als FinanzstrafexpertIn

Inhalt

 

Modul 1 (Brandl/Kert/Leitner/Schmoller)

 

Einführung in das Finanzstrafrecht (Allgemeiner Teil)

  • Rückwirkungsverbot und Günstigkeitsvergleich
  • sachlicher und örtlicher Geltungsbereich
  • Vorsatz und (grobe) Fahrlässigkeit
  • Irrtum
  • Beteiligung
  • Unterlassen
  • Versuch
  • Sanktionensystem

Wirtschaftsdelikte

Ausgewählte Wirtschaftsstrafdelikte (insbesondere Betrug, Untreue, Geldwäsche und Korruptionsdelikte)

 

Amts- und Rechtshilfe

Internationale Amts- und Rechtshilfe in Finanzstrafsachen

 

Konkurrenzen, Verbandsverantwortlichkeit, Verjährung

  • Konkurrenzen zwischen Finanzvergehen und von Finanzvergehen mit anderen Straftaten
  • Verbandsverantwortlichkeit für Finanzvergehen
  • Verjährung
    • finanzstrafrechtliche Verfolgungsverjährung
    • abgabenrechtliche Bemessungsverjährung
    • Schnittpunkte der beiden Verjährungsregime

 

 

Modul 2 (Brandl/Felice/Judmair/Leitner/Schrottmeyer/Trubrig/Winkler)

 

Abgabenhinterziehung, Abgabenbetrug, Lohnsteuerdelikte, grob fahrlässige Abgabenverkürzung

  • Finanzvergehen
    • Überblick, Fallprüfung
  • Abgabenhinterziehung (§ 33 FinStrG)
    • Dogmatische Struktur
    • Fallkonstellationen der Praxis (zB Scheingeschäfte, Treuhandkonstruktionen, Briefkastengesellschaften, Missbrauch, Verdeckte Ausschüttung)
    • Beteiligungsrisiken für Berater
  • Grob fahrlässige Abgabenverkürzung (§ 34 FinStrG)
  • Abgabenbetrug (§ 39 FinStrG) – Deliktsvarianten
  • Bandenmäßige Abgabenhinterziehung (§ 38a FinStrG)
  • Lohnsteuerdelikte (§ 33 Abs 2 lit b FinStrG)
  • Finanzordnungswidrigkeiten (§§ 49, 50, 51 FinStrG)

 

Umsatzsteuerdelikte

  • Umsatzsteuerdelikte (§ 33 Abs 2 lit a, § 49 FinStrG)
  • Vorsteuerbetrug (§ 39 Abs 2 FinStrG)
  • Grenzüberschreitender Umsatzsteuerbetrug (§ 40 FinStrG)
  • Fallkonstellationen in der Praxis (zB Rechnung als Voraussetzung für den Vorsteuerabzug, Versagung von Befreiungen wegen Bösgläubigkeit, Strohmanngeschäfte, Umsatzsteuerschuld kraft Rechnung, Umsatzsteuerkarussell, Einfuhrumsatzsteuer)

 

Selbstanzeige

  • Umfassende Darstellung der Selbstanzeige
    • Darlegung der Verfehlung beim Finanzamt
    • Offenlegung der bedeutsamen Umstände
    • Rechtzeitigkeit
    • Schadensgutmachung
    • Täternennung
    • Abgabenerhöhung nach § 29 Abs 6 FinStrG
  • Umsatzsteuerjahreserklärung als Selbstanzeige
  • Selbstanzeige bei Verkürzung von Lohnabgaben
  • Verkürzungszuschlag (§ 30a FinStrG)

 

 

 

Modul 3 (Brandl/Ehrke-Rabel/Hübner/Lehner/Schmieder)

 

Betrugsbekämpfung durch die Finanzpolizei

 

Verfahrensgrundsätze

  • Abgabenverfahren versus Finanzstrafverfahren
    • Bindungsaspekte
    • Abgabenverfahren als Vorprüfung für das Finanzstrafverfahren
  • Abgabenrechtlicher / finanzstrafrechtlicher Vergleich
  • „Nemo tenetur“
  • Zuständigkeitsabgrenzung Verwaltungsbehörde/Gericht
  • Anzeigepflicht
  • Inhalt und Grenzen zulässiger (gebotener) Verteidigung
  • Beweis und Zwangsmittel (zB Hausdurchsuchung, Beschlagnahme, Kontenregister und Konteneinschau)

Verwaltungsbehördliches Finanzstrafverfahren

  • Funktionale Zuständigkeit im verwaltungsbehördlichen Finanzstrafverfahren und Instanzenzug
  • Gang des verwaltungsbehördlichen Finanzstrafverfahrens

Gerichtliches Finanzstrafverfahren

  • Abweichungen im gerichtlichen Finanzstrafverfahren
  • Rolle des Wirtschaftstreuhänders im gerichtlichen Finanzstrafverfahren
  • Vorbereitung des Mandanten auf das Finanzstrafverfahren
  • Verhältnis Finanzstrafbehörde – Gericht
  • Stellung der Finanzstrafbehörde im gerichtlichen Finanzstrafverfahren
  • Rechtsmittel im gerichtlichen Strafverfahren
  • Fehlerquellen im gerichtlichen Rechtsmittelverfahren

 

Zielgruppe

Der Lehrgang wird für SteuerberaterInnen, WirtschaftsprüferInnen, BerufsanwärterInnen mit einschlägigem Universitätsstudium sowie RechtsanwältInnen und KonzipientInnen angeboten.

Er soll Grundlage für SteuerberaterInnen und WirtschaftsprüferInnen und Rechtsanwälte sein, die sich dem Geschäftsfeld der Vertretung und Verteidigung in Finanzstrafsachen besonders zuwenden wollen, wendet sich aber in gleicher Weise auch an all jene Wirtschaftstreuhänder und Rechtsanwälte, die lediglich ihr Risikobewusstsein in diesem Segment schärfen oder im Bereich der Präventionsberatung tätig werden wollen. Die Prüfung zum Lehrgang ist nur für geprüfte SteuerberaterInnen, WirtschaftsprüferInnen und RechtsanwältInnen zugänglich.

Preisinfo

In den Lehrgangsgebühren sind inkludiert: - Teilnahme an den Modulen - Unterrichtsskripten per pdf und in Papierform, inkl. Kompendium Praxisfälle mit Lösungen - Pausenverpflegung

Allgemeine Informationen

Bild- und Tonaufnahmen
Wir bitten um Verständnis, dass jegliche Aufzeichnungen von Veranstaltungen/Vorträgen/Diskussionen/Unterlagen/Listen etc. mit Bild und/oder Ton (mit welchen Tools auch immer), ohne vorherige Genehmigung durch die Akademie und der jeweiligen Vortragenden, verboten sind.
Vielen Dank!

Verfahrenshilfeverteidiger
Als zertifizierter Finanzstrafrechtsexperte und Wirtschaftstreuhänder haben Sie die Möglichkeit, sich zum Verfahrenshilfeverteidiger bestellen zu lassen. Detailinformationen finden Sie hier.